Rumpelstilzli.li - E-Learning für die ersten 3 Schuljahre

...zurück zur Übersicht

Text-Erklärungen sind anaus
alle Erklärungen anzeigenFragen zur Geschichte beantwortenGeschichte hören und mitlesenGeschichte und Fragen als PDF downloaden

Die drei Wunderfische

Art: Märchen
AutorIn: Theodor Vernaleken
Land: Deutschland
Sprecher: Tom Keymer

Ein Fischer, der schon viele Tage nichts gefangen hatte, machte sich wieder zum See auf, um seine Netze auszuwerfen. Er hatte zwar wenig Hoffnung. Doch er musste es versuchen, denn Frau und Kinder waren hungrig.

Der Fischer warf das Netz ins Wasser. Als er es herauszog, lag ein Stein darin. Beim zweiten Mal zog der Fischer einen ertrunkenen Eber hervor. Dann warf er zum dritten Mal das Netz in den See. Als er es wieder herausholte, lag da im Netz ein kleines Kästchen. Der Fischer nahm das Kästchen heraus und öffnete es. 

Aber wie erschrak er, als aus dem Kästchen ein Riese herausstieg und zum Fischer sprach: »Dafür, dass du mich ans Tageslicht gebracht hast, empfange deinen Lohn: Ich befehle dir, jetzt selbst in das Kästchen zu steigen. Wenn du das nicht tust, so sollst du sterben.«

Der Fischer jammerte und sprach: »Aber wie soll ich denn in diesem kleinen Kästchen Platz finden?« Der Riese wollte dem Fischer zeigen, dass darin genug Platz war und stieg wieder ins Kästchen. Kaum war der Riese drin, schloss der Fischer das Kästchen schnell. Dann wollte er es wieder in den See werfen.

Der Riese aber bat den Fischer, er solle zuerst sein Geheimnis hören. Der Fischer gewährte ihm diese Bitte, und der Riese sprach: »Ich bin der Geist des Sohnes deines Königs. Mein Vater warf mich in diesen See, weil ich ein grosser Sünder gewesen war. 

Ich hatte nämlich den Menschen immer nur Böses zugefügt und viele Rechtschaffene ermordet. Ich sollte nach dem Ausspruch meines Vaters nur dann Ruhe finden, wenn ich dem, der mich  auffindet, Gutes tue. Das will ich denn nun tun. Höre: Nicht weit von hier findest du einen Teich. Wirf dort dein Netz aus. Du wirst jeden Tag einen Fisch fangen. Diesen trage an den königlichen Hof, und du bekommst für jeden solchen Fisch einen Dukaten.«

So geschah alles, was der Geist geagt hatte. Der Fischer fand wirklich den Teich, warf sein Netz ins Wasser und fing einen wunderschönen Fisch. Diesen trug er in das Schloss des Königs. Als die Köchin diesen prächtigen Fisch erblickte, gefiel er ihr sehr, und sie gab dem Fischer den verlangten Dukaten dafür.

Die Köchin legte den Fisch in die Pfanne und wollte ihn backen. Aber kaum war er über dem Feuer, so sprach er: »So lange ihr Gutes tut, so lange wird es euch gut gehen. Sobald ihr aber Böses tut, wird’s euch schlimm ergehen.«

Danach flog er durch den Kamin fort. Als am zweiten Tag der Fischer mit einem ebenso schönen Fisch kam, kaufte die Köchin abermals den Fisch. Aber es passierte dasselbe wie mit dem ersten Fisch. Das wurde dem König erzählt. Am dritten Tag war er selbst bei der Zubereitung des Fisches dabei. Wieder geschah dasselbe.

Der König liess den Fischer holen. Als dieser kam, erzählte er ihm alles vom Anfang bis zum Ende, was er vom Geist wusste. Der König hatte grosse Freude daran, dass sein Sohn sich gebessert hatte. Den Fischer nahm er mit seiner ganzen Familie ins Schloss und liess es ihnen an nichts mangeln.

 



...nach oben